So liest du das Ergebnis
Oben steht das Alter, ab dem dein Depot deine FIRE-Zahl erreicht. Die FIRE-Zahl ist das Vermögen, aus dem du bei einer Entnahme von 3,5 % im Jahr deine Ausgaben und die Krankenversicherung bezahlen kannst, soweit ein Einkommen nach dem Ausstieg sie nicht deckt. Planst du einen festen Ausstieg, zeigt die Karte, ob die FIRE-Zahl bis dahin erreicht ist und wie lange das Geld reicht. Alle Beträge rechnet der Rechner in heutige Kaufkraft um.
Die nachhaltige Entnahme zeigt, wie viel du ab dem Ausstieg jeden Monat ausgeben könntest, damit das Geld im Modell bis zum Planungsende reicht. Die Erfolgswahrscheinlichkeit zählt, in wie vielen simulierten Börsenverläufen dein Plan aufgeht.
Die drei großen Hebel
Die Sparquote bestimmt fast alles: Wer mehr spart, baut schneller auf und braucht später weniger, weil die eigenen Ausgaben niedriger sind. Die Kurve in der Ansicht „Sparquote“ zeigt, wie viele Jahre jede Sparquote kostet.
Rendite und Kosten wirken über Jahrzehnte. Ein Prozentpunkt Fondskosten mehr verschiebt den Ausstieg oft um Jahre, die Ansicht „Risiko“ zeigt, welche Annahme bei dir am meisten zählt. Die Ausgaben im Ruhestand sind der dritte Hebel: Jeder Euro weniger im Monat senkt die FIRE-Zahl um rund 343 €.
Früh aussteigen in Deutschland
Gewinne aus Fonds kosten Abgeltungsteuer plus Soli, bei Aktienfonds sind 30 % der Erträge steuerfrei und 1.000 € im Jahr bleiben frei. Der Rechner zieht die Steuer bei jeder Entnahme ab, abhängig davon, wie viel Gewinn im Depot steckt.
Bis zur Rente zahlst du als freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung mindestens rund 270 € im Monat, mit Teilzeitjob übernimmt das meist der Job. Die gesetzliche Rente trägst du selbst ein. Sie beginnt mit 67, früher nur mit Abschlägen.
Häufige Fragen
Was bedeutet FIRE?
FIRE steht für Financial Independence, Retire Early: so viel Vermögen aufbauen, dass seine Erträge deine Ausgaben tragen. Ob du dann ganz aufhörst, in Teilzeit weiterarbeitest oder einfach freier entscheidest, bleibt deine Sache.
Wie berechnet sich die FIRE-Zahl?
Ausgaben im Ruhestand plus Krankenversicherung minus Einkommen nach dem Ausstieg, aufs Jahr gerechnet und geteilt durch die Entnahmerate. Bei 3,5 % ist das rund das 29-Fache dieses Jahresbetrags. Die Krankenversicherung rechnen wir als freiwilliges Mitglied, solange noch keine Rente fließt und kein Job dich versichert.
Warum 3,5 % und nicht die 4 %-Regel?
Die 4 %-Regel stammt aus US-Studien über 30 Jahre Ruhestand mit US-Aktien. Wer mit 45 aufhört, braucht das Geld oft 50 Jahre, dazu kommen Steuern und Krankenversicherung. Deshalb startet der Rechner vorsichtiger mit 3,5 %. Unter „Erweitert“ kannst du die Rate ändern und in der Risiko-Ansicht sehen, was das bedeutet.
Welche Steuern rechnet der Rechner?
Auf Gewinne aus Fonds fallen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an, auf Wunsch Kirchensteuer. Bei Aktienfonds sind 30 % der Erträge steuerfrei. Pro Jahr bleiben 1.000 € frei, bei Zusammenveranlagung 2.000 €. Thesaurierende Fonds zahlen jedes Jahr auf die Vorabpauschale, gerechnet mit dem Basiszins von 3,2 %.
Was kostet die Krankenversicherung nach dem Ausstieg?
Wer vor der Rente aufhört, bleibt meist als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Kasse. Der Beitrag beträgt mindestens rund 270 € im Monat und steigt mit den Kapitalerträgen. Arbeitest du in Teilzeit weiter, bist du in der Regel über den Job versichert. Ab der Rente gibst du die Rente netto ein, also nach Kranken- und Pflegeversicherung.
Zählt meine gesetzliche Rente?
Ja, wenn du sie unter „Erweitert“ einträgst, netto und in heutiger Kaufkraft. Wer früh aussteigt, sammelt weniger Rentenpunkte, die Renteninformation zeigt deshalb oft mehr, als später ankommt. Ab dem Rentenalter muss das Depot nur noch die Lücke tragen.
Wie sicher ist das Ergebnis?
Es ist eine Modellrechnung, keine Prognose. Neben der Rechnung mit festen Renditen spielt der Rechner 1.000 mögliche Börsenverläufe durch und zeigt, wie oft das Geld bis 95 reicht. Echte Märkte können besser oder schlechter laufen als jedes Modell.