So rechnet der FIRE-Rechner
Stand 1. November 2026
Der Rechner ist eine Modellrechnung, keine Prognose und keine Anlageberatung. Er rechnet Jahr für Jahr in nominalen Euro, weil Freibeträge und Steuern nominal gelten, und zeigt alle Beträge in heutiger Kaufkraft. Regelversionen: fire-2026.1, Steuerregeln de-tax-2026.1, Sozialversicherung de-social-2026.1.
FIRE-Zahl und Ausstieg
Die FIRE-Zahl ist das Vermögen, das deine Ausgaben im Ruhestand bei der gewählten Entnahmerate trägt: Monatsausgaben plus Krankenversicherung minus Einkommen nach dem Ausstieg, mal zwölf, geteilt durch die Entnahmerate. Voreingestellt sind 3,5 % statt der US-Regel von 4 %, weil ein früher Ruhestand länger dauert. Finanziell frei bist du im Modell am Ende des ersten Jahres, in dem dein Vermögen in heutiger Kaufkraft die FIRE-Zahl erreicht. Du kannst auch ein festes Ausstiegsalter wählen.
Sparphase
Jedes Jahr sparst du die Differenz aus Netto-Einkommen und Ausgaben. Beide wachsen mit der Inflation, das Einkommen zusätzlich um das reale Gehaltsplus. Das Depot wird jährlich auf die gewählte Aufteilung aus Aktienfonds, Anleihefonds und Tagesgeld gebracht. Die Fondskosten (TER) mindern die Rendite der Fonds.
Steuern
- Abgeltungsteuer 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,4 %; mit Kirchensteuer wie in § 32d EStG vorgeschrieben (8 %: 27,8 %, 9 %: 28 %).
- Aktienfonds: 30 % Teilfreistellung. Thesaurierende Fonds zahlen jährlich auf die Vorabpauschale: Wert am Jahresanfang mal Basiszins (3,2 %, BMF 2026) mal 70 %, höchstens der tatsächliche Wertzuwachs. Wir halten den Basiszins über die Jahre konstant.
- Anleihefonds und Tagesgeld: Erträge jedes Jahr voll steuerpflichtig.
- Sparer-Pauschbetrag 1.000 € im Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 €. Bei jeder Entnahme wird der Gewinnanteil der verkauften Anteile versteuert; schon versteuerte Vorabpauschalen und Ausschüttungen zählen zum Einstandswert.
Krankenversicherung
Bis zur Rente gilt die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung ohne Krankengeld: 14 % plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 % plus Pflegeversicherung 3,6 % (kinderlos 4,2 %), zusammen 20,5 %. Grundlage sind die Kapitalerträge, mindestens 1.318 € im Monat. Das ergibt mindestens 270 € im Monat. Mit Einkommen nach dem Ausstieg nehmen wir an, dass du über den Job versichert bist. Ab der Rente ziehen wir nichts mehr ab: Gib die Rente netto ein. Statt der Berechnung kannst du einen eigenen Betrag wählen, etwa für eine private Versicherung.
Rente und Entnahme
Die gesetzliche Rente gibst du selbst ein, netto und in heutiger Kaufkraft; sie wächst mit der Inflation. Im Ruhestand entnimmt der Rechner, was Ausgaben und Krankenversicherung abzüglich Rente und Teilzeit-Einkommen übrig lassen, plus die Steuer, die diese Entnahme auslöst. Strategien: fester Betrag (inflationsangepasst), fester Prozentsatz des Depots (die Ausgaben schwanken) oder Leitplanken: Steigt die Entnahmerate über 120 % der Startrate, sinken die Ausgaben um 10 %, fällt sie unter 80 %, steigen sie um 10 %. Geplant wird bis 95.
Simulation der Börsenverläufe
Neben der festen Rendite spielt der Rechner 1.000 Verläufe durch. Jahresrenditen sind lognormal verteilt, mit dem eingestellten Erwartungswert als Median und einer Schwankung von 18 % für Aktien und 6 % für Anleihen, bei einer Korrelation von 0,1. Der Zufall ist an dein Szenario gekoppelt: Gleiche Eingaben ergeben gleiche Zahlen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist der Anteil der Verläufe, in denen das Geld bis zum Planungsende reicht. Die Karte in der Ansicht „Risiko“ startet mit dem Vermögen beim Ausstieg und variiert Entnahmerate und Aktienquote.
Was der Rechner nicht abbildet
Einkommensteuer auf Rente und Teilzeit (deshalb netto eingeben), Abschläge für eine frühere Rente, Erbschaften, Immobilien, Kredite, Wechsel der Krankenversicherung, Änderungen von Gesetzen und Steuersätzen, schwankende Inflation. Annahmen zu Renditen sind keine Zusage: Vergangene Renditen garantieren keine künftigen.